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Schmalz Vakuumheber optimiert die Beladung von Richtmaschinen

Mit dem Vakuum-Schlauchheber JumboErgo 110 von Schmalz vereinfacht die Bestückung von Richtmaschinen. Mit dem Vakuum-Schlauchheber JumboErgo 110 von Schmalz vereinfacht die Bestückung von Richtmaschinen.

Spannungen und Unebenheiten im Blech wirken sich negativ auf eine reibungslose Weiterverarbeitung aus. Präzisionsrichtmaschinen von Arku gleichen diese Ebenheitsfehler aus und sorgen so für bessere Ergebnisse in Folgeprozessen. Jetzt hat Arku auch die Be- und Entladung seiner Maschinen optimiert. Seit kurzem setzen die Baden-Badener in ihrem Richtzentrum einen Vakuum-Schlauchheber JumboErgo von Schmalz ein.

Spannungen und Unebenheiten im Blech können unterschiedliche Ursachen haben, ob Restspannungen aus dem Walzprozess, mechanische wie thermische Trennverfahren oder Wärmeeinwirkung. In jedem Fall aber wirken sie sich negativ auf die anschließende Weiterverarbeitung aus. So können beispielsweise beim Biegen Winkligkeitsfehler und beim Schweißen Verformungen auftreten. Die Folge: aufwändige Nacharbeiten, längere Durchlaufzeiten und im schlimmsten Fall erhöhter Ausschuss. Um dies zu verhindern, müssen Bleche gerichtet werden. Was früher mit Hammer und Flamme sehr langwierig und anspruchsvoll war, erledigen heute hochmoderne Richtmaschinen schnell und zuverlässig. Die Arku Maschinenbau GmbH mit Sitz in Baden-Baden ist der weltweit führende Hersteller solcher Präzisionsrichtmaschinen. An seinen drei Standorten in Baden-Baden, Cincinnati (USA) und Kunshan (China) bietet das 1928 gegründete Unternehmen außerdem Lohnrichtarbeiten an. Auf den Arku-Maschinen bearbeiten die Richtmeister im Kundenauftrag unterschiedlichste Teile und Platinen von 0,15 bis 35 mm Dicke.

Während der eigentliche Richtprozess in wenigen Sekunden abläuft, dauerte die Be- und Entladung der Maschinen oft Minuten. Arku setzte in seinem Richtzentrum bislang auf eine Handhabungslösung mit Magneten. „Diese Lösung war sehr zeitaufwändig und umständlich. Außerdem richten wir auch nicht-magnetische Bleche. Die bis zu 110 Kilogramm schweren Teile mussten dann von Hand gehoben werden. Das nahm bis zu zehn Minuten in Anspruch und brachte eine erhöhte Verletzungs- und Beschädigungsgefahr mit sich“, schildert Alexander Enke, Leiter des Arku-Richtzentrums. Darüber hinaus häuften sich Anfragen von Kunden, die ihrerseits nach einer optimalen Handhabungslösung suchten. Also nahmen die Verantwortlichen das Thema unter die Lupe und schauten sich nach einer Alternative um.

Auf der Euroblech 2012 trat man mit den Vakuum-Spezialisten von Schmalz in Kontakt. Alexander Enke informierte sich am Stand des Glattener Unternehmens über deren Handhabungslösungen. Schon bald darauf waren die Schmalz Experten zu Gast in Baden-Baden. Gemeinsam wurden vor Ort im Arku-Richtzentrum die Verhältnisse analysiert und Anforderungen definiert. Bleche mit unterschiedlichen Maßen und Gewichten sollten schnell, ergonomisch und flexibel gehandhabt werden – eine Aufgabenstellung wie gemacht für die Vakuum-Schlauchheber Jumbo von Schmalz.

Ergonomie im Griff: Mit dem Vakuum-Schlauchheber befördern die Mitarbeiter Bleche rückenschonend und positionsgenau auf die Rollenbahn. Ergonomie im Griff: Mit dem Vakuum-Schlauchheber befördern die Mitarbeiter Bleche rückenschonend und positionsgenau auf die Rollenbahn.

Die Wahl fiel schließlich auf den Vakuum-Schlauchheber JumboErgo 110 für Traglasten bis 110 Kilogramm. Ein Drehgriff erlaubt die ergonomische und feinfühlige Steuerung der Auf- und Abbewegung. Das Vakuum-Gebläse arbeitet mit einer Nennleistung von vier Kilowatt und kann per Funkfernsteuerung SRC ein- und ausgeschaltet werden. Das hilft, Energiekosten zu sparen. Die SRC selbst wird mittels einer Solarzelle im Bedienelement betrieben. Zum sicheren Greifen der Blechteile verfügt der JumboErgo über einen Doppelsauggreifer FM. Dieser eignet sich auch für Werkstücke, bei denen eine hundertprozentige Saugflächenbelegung nicht möglich ist. Das ist dann der Fall, wenn Bleche Löcher und Aussparungen aufweisen. Durch einen Schnellwechseladapter können weitere Sauggreifer fix und ohne Einsatz von Werkzeugen adaptiert werden. Eine spezielle Belüftungseinheit sorgt für das einfache Ablösen luftdichter Werkstücke vom Sauggreifer.

Zur kompletten Handhabungslösung gehört ein leichtgängiger Aluminium-Säulenschwenkkran mit ebenfalls 110 kg Traglast. Zur kompletten Handhabungslösung gehört ein leichtgängiger Aluminium-Säulenschwenkkran mit ebenfalls 110 kg Traglast.

Der Vakuum-Schlauchheber JumboErgo 110 arbeitet an einem Aluminium-Säulenschwenkkran mit einer Traglast von ebenfalls 110 Kilogramm und einer Auslegerlänge von sechs Metern. Den immer wichtiger werdenden ergonomischen Anforderungen trägt die Eigenentwicklung von Schmalz durch guten Leichtlauf und geringe Anfahrkräfte Rechnung. Der Bediener kann selbst schwere Bleche spielend leicht und darüber hinaus sehr leise verfahren. Zum Lieferportfolio von Schmalz gehörte auch eine Schalldämmbox und eine Befestigungskonsole für das Vakuum-Gebläse.

Obwohl die Handhabungslösung erst seit September 2013 im Einsatz ist, hat sie das Blechhandling bei Arku in mehrfacher Hinsicht deutlich verbessert. Der Bediener muss künftig nicht mehr auf mögliche Lochungen oder Aussparungen im Blech achten. Auch das Material spielt keine Rolle mehr. Alexander Enke: „Mit dem Schlauchheber können wir sämtliche Bleche zuverlässig und sicher bewegen. Eine Unterscheidung zwischen magnetischen und nicht-magnetischen Teilen ist nicht mehr notwendig, geschweige denn der mühevolle Einsatz unserer Mitarbeiter beim Heben.“ Zur Bedienung der Anlage reicht ein Mitarbeiter aus. Selbst schwere Bleche können mit dem JumboErgo rückenschonend und positionsgenau in der Mitte der Rollenbahn abgelegt und wieder aufgenommen werden. Weiterer Pluspunkt: Der Vakuumheber greift die Bleche besonders schonend. So werden neuerliche Beschädigungen nach dem Richten vermieden.

Schon nach einer relativ kurzen Einsatzzeit des Vakuumhebers stand für Alexander Enke fest: „Durch die Schmalz Lösung erzielen wir gegenüber dem Handling per Magneten eine Zeiteinsparung von bis zu zwanzig Prozent.“ Mit den positiven Resultaten hält der Baden-Badener Maschinenbauer nicht hinterm Berg: Das Gerät wird auch zu Demonstrationszwecken für Kunden eingesetzt. Alexander Enke: „Dass wir die Lösung unseren Kunden weiterempfehlen, ist der beste Beleg für unsere Zufriedenheit.“